Open WebUI ist eine der am weitesten verbreiteten quelloffenen Chat-Oberflächen für Sprachmodelle — rund 150.000 GitHub-Sterne (Stand August 2026) sprechen für sich, und die Release-Kadenz ist hoch.
Wir setzen selbst nicht darauf, sondern auf LibreChat. Diese Seite erklärt sachlich, warum — und räumt zugleich mit einem Missverständnis auf, das uns im Markt ständig begegnet.
Zuerst das Missverständnis: Die 50-Nutzer-Grenze
Man hört oft, Open WebUI sei „ab 50 Nutzern kostenpflichtig". Das stimmt nicht, und wir sagen das ausdrücklich, obwohl es gegen unser eigenes Verkaufsinteresse spricht.
Die 50-Nutzer-Schwelle in der Lizenz betrifft ausschließlich das Entfernen oder Verändern des Brandings. Die Software selbst darf auch mit 5.000 Nutzern kostenfrei betrieben werden, solange das Open-WebUI-Branding unverändert bleibt.
Wörtlich heißt es in der Lizenz, dass Lizenznehmern untersagt ist, das „Open WebUI"-Branding zu verändern, zu entfernen, zu verdecken oder zu ersetzen — mit drei Ausnahmen: wenn die Zahl der Endnutzer 50 innerhalb von 30 Tagen nicht überschreitet, wenn eine ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Rechteinhabers vorliegt, oder wenn eine Enterprise-Lizenz dies ausdrücklich erlaubt.
Für die meisten Unternehmen ist das unproblematisch. Relevant wird es genau dann, wenn eine Plattform unter eigenem Namen und eigenem Erscheinungsbild ausgerollt werden soll.
Die Lizenzlage im Detail
Was viele nicht auf dem Schirm haben: Open WebUI steht seit April 2025 nicht mehr unter MIT-Lizenz. Alle folgenden Angaben beziehen sich auf die öffentliche Dokumentation und die Lizenzdatei im Repository, Stand 23. August 2026. Die Historie ist im Repository dokumentiert:
| Zeitraum | Lizenz |
|---|---|
| bis Januar 2025 | MIT |
| bis April 2025 | BSD-3-Clause |
| seit 18. April 2025 | BSD-3-Clause mit Branding-Klausel |
GitHub selbst klassifiziert das Repository seither nicht mehr als anerkannte Open-Source-Lizenz, sondern führt es als „Other". Hinzu kommt ein Contributor License Agreement: Wer Code beisteuert, räumt Open WebUI Inc. weitreichende Rechte zur Kommerzialisierung unter beliebigen künftigen Bedingungen ein.
Zum Vergleich: LibreChat steht seit 2023 unverändert unter MIT-Lizenz. Genau deshalb konnten wir CompanyGPT als gepflegten Fork aufbauen, White-Labeling inklusive, ohne Nutzerschwelle und ohne zusätzliche Lizenzvereinbarung. Die einzige Pflicht aus MIT ist die Mitlieferung des Copyright- und Lizenzhinweises, der wir selbstverständlich nachkommen.
Erwähnenswert für die Einordnung: LibreChat gehört seit November 2025 zu ClickHouse; das Gründerteam ist mit übergegangen, und die Lizenz ist seither inhaltlich unverändert.
Die Enterprise-Lücken, die uns in Projekten begegnen
Open WebUI ist ein starkes Produkt. Für den Unternehmenseinsatz sind uns aus der Dokumentation vier Punkte wichtig:
Kosten- und Nutzungsreporting ist nicht dokumentiert. In der Dokumentation findet sich keine Seite zu Verbrauch, Kosten oder Budgets. In der Praxis löst man das über ein vorgelagertes Gateway. LibreChat bringt demgegenüber Token-Transaktionen, Kostenanzeige inklusive Euro-Umrechnung und Nutzer-Budgets mit — und companyDASHBOARD setzt darauf auf.
Audit-Logging ist standardmäßig aus. Der Wert AUDIT_LOG_LEVEL steht laut Dokumentation auf NONE. Und selbst nach Aktivierung sind in der Standardkonfiguration die Chat-Pfade vom Logging ausgeschlossen; Lesezugriffe werden per Voreinstellung ebenfalls nicht protokolliert. Wer eine Nachweispflicht erfüllen muss, sollte das vor dem Rollout konfigurieren, nicht danach.
Nur ein OIDC-Provider gleichzeitig. Die Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass sich zur Zeit nur ein OpenID-Connect-Provider konfigurieren lässt — Microsoft und Google also nicht parallel. Für Konzerne mit mehreren Identitäts-Tenants ist das ein echtes Thema. SAML ist in der Dokumentation nicht beschrieben.
Keine Abbildung der Quellsystem-Berechtigungen. Das Konnektoren-Werkzeug für Wissensdatenbanken deckt eine beeindruckende Breite ab — 44 Konnektoren inklusive SharePoint, Confluence und Jira. Es arbeitet aber innerhalb der Zugriffsrechte, die in Open WebUI gesetzt sind; eine Übernahme der Original-Berechtigungen aus SharePoint in die Wissensbasis ist nicht dokumentiert. In regulierten Umgebungen ist genau das der Punkt, an dem eine unternehmensweite Wissensbasis genehmigungsfähig wird oder eben nicht.
Wo Open WebUI stärker ist
Fairness gehört dazu, deshalb auch die andere Richtung:
- Verbreitung und Community sind deutlich größer als bei LibreChat.
- Release-Tempo ist höher — mehrere Minor-Releases pro Quartal.
- SCIM 2.0 für automatisierte Nutzerbereitstellung ist dokumentiert; bei LibreChat haben wir das nicht gefunden.
- Breite der Wissensquellen-Konnektoren ist beachtlich.
- Ein echtes Enterprise-Vertragsmodell existiert, mit namentlich genannten Referenzkunden.
Wer diese Punkte priorisiert und die Lizenzbedingungen für den eigenen Fall geprüft hat, trifft mit Open WebUI eine vertretbare Entscheidung.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Open WebUI (selbst betrieben) | CompanyGPT |
|---|---|---|
| Lizenz der Basis | BSD-3 mit Branding-Klausel; GitHub führt sie als „Other" | MIT (LibreChat) als Basis, dazu unsere Addons |
| White-Labeling | Über 50 Nutzern nur mit Enterprise-Lizenz oder schriftlicher Genehmigung | Ohne Nutzerschwelle möglich |
| Betrieb | Sie selbst | Von uns betreut, im Cloud-Tenant des Kunden |
| Kostenreporting | Nicht dokumentiert | companyDASHBOARD je Nutzer, Team und Modell |
| Audit-Logging | Vorhanden, standardmäßig deaktiviert, Chats per Default ausgeschlossen | Im Rahmen des Betriebs eingerichtet |
| SharePoint-Berechtigungen | Nicht dokumentiert | companyRAG bildet die Berechtigungen ab |
| Office-Integration | Dateiauswahl aus OneDrive/SharePoint | Natives Add-in über Office.js in Word, Excel, PowerPoint und Outlook |
| Identitätsanbindung | OIDC/OAuth/LDAP/SCIM 2.0; nur ein OIDC-Provider gleichzeitig | Im Rahmen des Setups eingerichtet |
| Compliance-Begleitung | Eigenverantwortung | KI-Schulungen und EU-AI-Act-Einordnung inklusive |
Wann Open WebUI die richtige Wahl ist
- Sie haben ein DevOps-Team, das den Betrieb dauerhaft trägt.
- Sie brauchen kein White-Labeling — oder Sie schließen eine Enterprise-Lizenz ab.
- SCIM-basierte Nutzerbereitstellung ist Ihnen wichtig.
- Sie brauchen keine Abbildung von Quellsystem-Berechtigungen.
- Kostenreporting lösen Sie über ein eigenes Gateway.
Wann CompanyGPT die bessere Wahl ist
- Wenn die Plattform unter Ihrem Namen ausgerollt werden soll, ohne Nutzerschwelle.
- Wenn die Wissensbasis SharePoint-Berechtigungen respektieren muss.
- Wenn Sie Kosten- und Nutzungstransparenz brauchen, ohne ein zusätzliches Gateway zu betreiben.
- Wenn KI direkt in Word, Excel, PowerPoint und Outlook verfügbar sein soll.
- Wenn niemand im Haus den Dauerbetrieb verantworten kann oder will.
Fazit
Der wichtigste Satz dieser Seite ist der zur 50-Nutzer-Grenze: Sie betrifft das Branding, nicht die Nutzung. Wer Open WebUI unverändert einsetzt, kann das in jeder Größenordnung kostenfrei tun.
Der zweitwichtigste ist der zur Lizenzentwicklung: Seit April 2025 enthält die Lizenz eine Branding-Klausel, die die reine BSD-3-Clause nicht kennt. Für ein Unternehmen, das langfristig auf eine Basis setzt, ist das ein Kriterium — und der Grund, warum wir CompanyGPT auf dem MIT-lizenzierten LibreChat aufgebaut haben.
Ob Sie am Ende selbst betreiben oder betreuen lassen, ist eine Kapazitätsfrage. Beide Wege sind legitim, und wir sagen Ihnen ehrlich, welcher zu Ihrer Mannschaft passt.
Quellen
Alle Angaben zu Open WebUI stammen aus dem Repository und der offiziellen Dokumentation, abgerufen am 23. August 2026:
- Open WebUI LICENSE —
https://github.com/open-webui/open-webui/blob/main/LICENSE— Wortlaut der Branding-Klausel - Open WebUI LICENSE_HISTORY —
https://github.com/open-webui/open-webui/blob/main/LICENSE_HISTORY— Lizenz-Zeitleiste - Open WebUI Enterprise —
https://docs.openwebui.com/enterprise - Open WebUI — Umgebungsvariablen —
https://docs.openwebui.com/reference/env-configuration— Voreinstellungen des Audit-Logs - Open WebUI — SSO —
https://docs.openwebui.com/features/authentication-access/auth/sso/ - LibreChat LICENSE (MIT) —
https://github.com/danny-avila/LibreChat/blob/main/LICENSE
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Weiterführende Artikel
- LibreChat vs. Open WebUI vs. Copilot – die Plattformen im Architekturvergleich
- CompanyGPT vs. LibreChat – warum wir forken und was wir ergänzen
- companyRAG – Wissensbasis mit SharePoint-Berechtigungen
- companyDASHBOARD – Nutzungs- und Kostentransparenz
- DSGVO-konforme KI-Plattformen im Vergleich 2026 – der Marktüberblick
