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CompanyGPT vs. LibreChat: Selbst betreiben oder als Managed Service?

Tobias Jonas Tobias Jonas | | 5 min Lesezeit

Diese Seite beginnt mit einer Offenlegung, die auf Vergleichsseiten selten steht: CompanyGPT ist ein von innFactory gepflegter Fork von LibreChat.

Wer das weiß, stellt zu Recht die Frage: Warum sollte ich für etwas zahlen, das es kostenlos gibt? Die Antwort ist keine Marketingantwort, sondern eine Aufwandsrechnung.

Was LibreChat ist — und warum wir darauf setzen

LibreChat ist eine quelloffene Chat-Oberfläche für Sprachmodelle. Sie kann mehrere Anbieter parallel anbinden, unterstützt Agenten und das Model Context Protocol und wird aktiv weiterentwickelt. Für uns war das die beste verfügbare Basis: Wir mussten keine Oberfläche neu bauen, sondern konnten die Arbeit dort investieren, wo für Unternehmen tatsächlich die Lücke klafft.

Entscheidend war dabei die MIT-Lizenz, die seit 2023 inhaltlich unverändert gilt. Sie erlaubt ausdrücklich, die Software zu ändern, zu vertreiben und kommerziell anzubieten — die einzige Pflicht ist die Mitlieferung des Copyright- und Lizenzhinweises, der wir nachkommen. Welche Lizenzbedingungen für andere Projekte in diesem Feld gelten, haben wir in unserem Vergleich zu Open WebUI aufgeschlüsselt.

Zur Einordnung gehört außerdem: LibreChat gehört seit November 2025 zu ClickHouse, das Gründerteam ist mit übergegangen. Die Lizenz ist seither inhaltlich unverändert.

Diese Entscheidung ist auch der Grund, warum es bei CompanyGPT keine Pro-Kopf-Lizenzen gibt. Ein großer Teil der Basis ist Open Source; Sie zahlen für Cloud-Infrastruktur, KI-Tokens und den Wartungsvertrag — nicht pro Mitarbeiter.

Wie unser Fork funktioniert

Ein Fork, der einmal abgezweigt und dann liegen gelassen wird, ist ein Risiko: Er fällt hinter die Upstream-Entwicklung zurück und sammelt Sicherheitslücken. Genau deshalb arbeiten wir anders:

Wir verfolgen die LibreChat-Entwicklung fortlaufend und spielen die Änderungen per Git-Patch in unseren Fork ein. Neue Funktionen und Sicherheitsupdates aus dem Upstream-Projekt landen damit auch in Ihrer Installation — getestet, bevor sie auf Ihr System kommen.

Parallel dazu entwickeln wir die Komponenten, die Unternehmen brauchen und die eine Open-Source-Chatoberfläche naturgemäß nicht mitbringt. Diese Addons sind der Teil, der nicht Open Source ist, und genau dafür ist der Wartungsvertrag da.

Was wir parallel dazu entwickeln

AddonWas es löst
companyDASHBOARDNutzungs- und Kostentransparenz je Nutzer, Team und Modell — die Grundlage für Budgetsteuerung und interne Verrechnung
companyRAGSemantische Suche über Ihre Dokumente, inklusive Abbildung der SharePoint-Berechtigungen: Wer eine Datei in SharePoint nicht sehen darf, bekommt sie auch nicht aus der KI-Antwort
companyM365MCP-Server für Microsoft 365 mit nativem Office-Add-in: CompanyGPT als Aufgabenbereich direkt in Word, Excel, PowerPoint und Outlook — über Office.js, ohne Copilot-Lizenz pro Nutzer
companyFILESErstellung von Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien aus KI-Unterhaltungen heraus
companyTRANSLATEÜbersetzer im eigenen Tenant — für den DSGVO-konformen Einsatz ausgelegt
companyTRANSCRIBETranskription und Meeting-Protokolle

Die Berechtigungsabbildung aus companyRAG ist dabei der Punkt, an dem Selbstbau-Projekte am häufigsten scheitern. Eine Wissensbasis ist schnell aufgesetzt — eine Wissensbasis, die die bestehenden Zugriffsrechte respektiert, ist ein deutlich größeres Stück Arbeit. Und ohne sie ist eine unternehmensweite Wissensbasis in vielen Organisationen schlicht nicht genehmigungsfähig.

Die ehrliche Aufwandsrechnung

LibreChat selbst zu betreiben kostet keine Lizenzgebühr. Es kostet Zeit, und die fällt nicht einmalig an:

  • Erstinstallation und Modellanbindung — überschaubar, oft ein bis zwei Tage
  • Security-Updates — laufend, und bei einer nach außen erreichbaren Anwendung nicht optional
  • Backup, Monitoring, Wiederanlauf — der Teil, an den vor dem ersten Ausfall selten jemand denkt
  • Rollen, Rechte, SSO-Anbindung — abhängig von Ihrer Identitätsinfrastruktur
  • Modellpflege — neue Modelle erscheinen im Wochentakt, alte werden abgekündigt
  • Personenabhängigkeit — die entscheidende Frage: Was passiert, wenn die Person, die das aufgesetzt hat, das Unternehmen verlässt?

Für ein Team mit eigener DevOps-Kompetenz und der Bereitschaft, das dauerhaft zu tragen, ist Selbstbetrieb eine völlig legitime Entscheidung. Wir sagen das offen — und beraten auch Kunden, die genau diesen Weg gehen.

Wann Selbstbetrieb die richtige Wahl ist

  • Sie haben ein DevOps-Team, das den Betrieb dauerhaft übernehmen kann und will.
  • Ihre Anforderungen sind mit dem Standardumfang von LibreChat abgedeckt.
  • Sie brauchen keine Abbildung bestehender Berechtigungen in der Wissensbasis.
  • Sie wollen volle Kontrolle über jede Codezeile und die Freiheit, selbst zu forken.

Wann CompanyGPT die bessere Wahl ist

  • Wenn eine Wissensbasis mit korrekter Rechteabbildung gebraucht wird — besonders bei SharePoint.
  • Wenn KI direkt in Word, Excel, PowerPoint und Outlook verfügbar sein soll.
  • Wenn Kosten- und Nutzungstransparenz für Budgetsteuerung und interne Verrechnung nötig ist.
  • Wenn niemand im Haus den Dauerbetrieb verantworten kann oder will.
  • Wenn Sie Compliance-Unterstützung brauchen: Wir bringen KI-Schulungen und die Einordnung nach EU AI Act mit.

Was Sie in beiden Fällen behalten

Auch als Kunde haben Sie vollen Zugriff auf die gesamte Konfiguration, und das System läuft in Ihrem eigenen Cloud-Tenant — Azure, Google Cloud oder souverän auf STACKIT. Sie können das System jederzeit mit dem eigenen IT-Team selbst verwalten. Kein Vendor Lock-in, kein Mandant bei einem Drittanbieter.

Fazit

Wir treten nicht gegen LibreChat an — wir bauen darauf auf und geben dem Projekt Sichtbarkeit. Die Frage ist nicht „CompanyGPT oder LibreChat", sondern: Wollen Sie den Betrieb und die Enterprise-Ergänzungen selbst bauen, oder wollen Sie sie als gepflegten Dienst beziehen?

Wenn Sie es selbst können und wollen: Machen Sie es, LibreChat ist ein gutes Projekt. Wenn Sie stattdessen eine Wissensbasis mit korrekten Rechten, KI in Office und eine Kostenübersicht brauchen, ohne dafür ein eigenes Team abzustellen — dann ist genau das unsere Arbeit.

Quellen

Abgerufen am 23. August 2026:

  • LibreChat LICENSE (MIT) — https://github.com/danny-avila/LibreChat/blob/main/LICENSE
  • ClickHouse übernimmt LibreChat — https://clickhouse.com/blog/clickhouse-acquires-librechat
  • LibreChat-Dokumentation — https://www.librechat.ai/docs

Hinweis zu den Angaben: Alle Aussagen über Produkte anderer Anbieter beruhen auf deren öffentlich zugänglicher Dokumentation zum angegebenen Stand. Anbieter entwickeln ihre Produkte, Funktionen und Konditionen laufend weiter — maßgeblich sind stets die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters. Sollte Ihnen eine Angabe veraltet oder unzutreffend erscheinen, schreiben Sie uns kurz an info@innfactory.ai; wir prüfen und korrigieren zeitnah. Dieser Vergleich ersetzt keine Rechts- oder Datenschutzberatung im Einzelfall.

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Tobias Jonas
Geschrieben von

Tobias Jonas

Co-CEO, M.Sc.

Tobias Jonas, M.Sc. ist Mitgründer und Co-CEO der innFactory AI Consulting GmbH. Er ist ein führender Innovator im Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud Computing. Als Co-Founder der innFactory GmbH hat er hunderte KI- und Cloud-Projekte erfolgreich geleitet und das Unternehmen als wichtigen Akteur im deutschen IT-Sektor etabliert. Dabei ist Tobias immer am Puls der Zeit: Er erkannte früh das Potenzial von KI Agenten und veranstaltete dazu eines der ersten Meetups in Deutschland. Zudem wies er bereits im ersten Monat nach Veröffentlichung auf das MCP Protokoll hin und informierte seine Follower am Gründungstag über die Agentic AI Foundation. Neben seinen Geschäftsführerrollen engagiert sich Tobias Jonas in verschiedenen Fach- und Wirtschaftsverbänden, darunter der KI Bundesverband und der Digitalausschuss der IHK München und Oberbayern, und leitet praxisorientierte KI- und Cloudprojekte an der Technischen Hochschule Rosenheim. Als Keynote Speaker teilt er seine Expertise zu KI und vermittelt komplexe technologische Konzepte verständlich.

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