AI Harness-Grundlagen vorausgesetzt: Antigravity CLI ist die Terminal-Oberfläche von Google Antigravity, der agentenorientierten Entwicklungsplattform des Unternehmens für Coding-Agenten mit wählbaren Gemini-, Claude- und GPT-OSS-Modellen. Stand: 20. September 2026.
Was ist Antigravity CLI?
Google Antigravity ist laut eigener Dokumentation eine Entwicklungsplattform aus mehreren Oberflächen: der Desktop-Anwendung „Antigravity 2.0“ als Kommandozentrale für mehrere Agenten, der IDE, einem Python-SDK für eigene Agenten sowie eben Antigravity CLI als „leichtgewichtige, tastaturzentrierte Terminal-Oberfläche“. Antigravity CLI bringt laut Dokumentation „die Reasoning-, Ausführungs- und Orchestrierungsfähigkeiten unseres gemeinsamen Agent Harness“ direkt in die lokale Shell – denselben Harness, auf dem auch Antigravity 2.0 läuft. Installiert wird Antigravity CLI unter macOS/Linux per curl -fsSL https://antigravity.google/cli/install.sh | bash, unter Windows per PowerShell-Skript; gestartet wird die Sitzung mit dem Befehl agy. Ein öffentliches GitHub-Repository (google-antigravity/antigravity-cli) enthält Installationsskripte und verweist auf die Dokumentation, listet aber keine Open-Source-Lizenz – Antigravity CLI ist ein proprietäres Google-Produkt. Laut Googles offizieller Ankündigung vom 19. Mai 2026 ist Antigravity CLI in Go geschrieben, was gegenüber Gemini CLI eine schnellere Ausführung ermöglichen soll.
Antigravity CLI als AI Harness
Die Agentenschleife von Antigravity CLI ist mit der Desktop-Anwendung Antigravity 2.0 geteilt: Verbesserungen an Reasoning oder Codeverständnis wirken laut Dokumentation automatisch in beiden Oberflächen. Werkzeuge werden über einen interaktiven MCP-Manager verwaltet, der sich per /mcp öffnen lässt; ein Terminal-Sandbox-Mechanismus mit nativen Betriebssystemfunktionen (Linux-Namespaces, sandbox-exec/Seatbelt-Profile unter macOS) schützt vor destruktiven Dateioperationen und unautorisierten Netzwerkzugriffen – unter Windows regelt die Dokumentation den Zugriff bislang nur über Freigabe-Regeln ohne eigene OS-Isolationstechnologie. Projektbezogene Vorgaben liegen als Markdown-Regeln im Verzeichnis .agents/rules/ des Repositorys, globale Vorgaben zusätzlich in ~/.gemini/GEMINI.md oder ~/.gemini/antigravity-cli/rules/; Agent Skills kapseln wiederkehrende Arbeitsabläufe als Slash-Commands. Ein asynchrones Sub-Agenten-Framework delegiert parallele Arbeit, Hintergrundrecherche und Systemtests, ohne die aktive Konversation zu blockieren – überwacht und steuerbar über den Befehl /agents. Plugins bündeln Skills, Agenten, Regeln, MCP-Server und Hooks als ein einziges Paket, das automatisch aus ~/.gemini/antigravity-cli/plugins/ geladen wird. Sitzungen lassen sich per /resume fortsetzen, per /rewind (Alias /undo) auf einen früheren Checkpoint zurücksetzen und per Export in die Antigravity-2.0-Desktop-Oberfläche übertragen.
Modelle und Modellzugang
Antigravity CLI bietet laut Dokumentation ein Modell-Auswahlmenü mit Modellen der Gemini-3-Familie sowie – je nach Plan – Claude-Modellen und GPT-OSS; zusätzlich steht mit „Nano Banana 2“ ein nicht individuell konfigurierbares Bildmodell für UI-Mockups und Diagramme bereit. Enterprise-Lizenzen sind dabei laut Dokumentation ausdrücklich auf Gemini-Modelle beschränkt, Claude und GPT-OSS stehen dort nicht zur Verfügung. Ein frei konfigurierbarer, anbieterunabhängiger Endpunkt ist in der Konfigurationsreferenz von Antigravity CLI (settings.json) nicht dokumentiert; ob sich der Modellzugriff über einen zentralen Proxy wie das AI Gateway führen lässt, ist damit nicht öffentlich dokumentiert.
Einsatz im Unternehmen: Datenschutz und Governance
Für Enterprise-Lizenzen dokumentiert Google, dass Prompts, Antworten, Code und Telemetrie nicht außerhalb der eigenen privaten Google-Cloud-Umgebung gespeichert werden und Kundentelemetrie direkt im Projekt der gewählten Lizenz protokolliert wird. Neben einem globalen Endpunkt nennt die Dokumentation ausdrücklich eine EU-Multi-Region für Textgenerierung, Code-Inferenz und multimodale Anfragen – Bildgenerierung läuft dagegen ausschließlich über globale Endpunkte. Die Anmeldung erfolgt über Google-Cloud-Geschäftskonten per Single Sign-on, ergänzt um Workforce Identity Federation für externe Identitätsanbieter wie Okta. VPC Service Controls ermöglichen private Netzwerkpfade, Anfrage- und Antwortprotokolle stehen für Audits bereit. Außerhalb der Enterprise-Nutzung gilt laut GitHub-Repository, dass Interaktionsdaten standardmäßig zur Produktverbesserung an Google übermittelt werden, mit Opt-out-Möglichkeit in den Einstellungen. Unabhängig vom Zugangsweg gehen Quellcode und Prompts an den gewählten Modellanbieter und gehören vorab ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.
Antigravity CLI mit herdr orchestrieren
Der Terminal-Multiplexer herdr führt Antigravity CLI in seiner Tabelle unterstützter Agents mit Screen-Manifest als State Authority und Session-Integration – demselben Muster wie bei Claude Code, Codex oder Cursor Agent CLI. Damit lässt sich Antigravity CLI neben anderen Coding-Agents innerhalb einer herdr-verwalteten Terminal-Sitzung betreiben.
Einordnung: Entwickler-Harness und Unternehmens-Harness
Antigravity CLI ist wie andere Coding-Harnesses ein Werkzeug für Entwicklerinnen und Entwickler im Terminal oder in Kombination mit der Desktop-IDE. Für Fachanwender ohne Terminal-Workflow ist CompanyGPT der passende Harness – mit Werkzeugen über MCP-Server, Integrationen und n8n. Das AI Gateway bildet dazu die gemeinsame Kosten- und Governance-Schicht für alle Modellzugriffe im Unternehmen. Einen Überblick über weitere Harnesses bietet die Übersichtsseite KI-Harness. Wir unterstützen Unternehmen dabei, Antigravity CLI und andere Coding-Harnesses in ein bestehendes AI-Governance-Konzept einzuordnen.
