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Sicherheit in der Unternehmens-KI: Einblicke aus der Praxis und der Weg zu einer resilienten Architektur

Fabian Artmann Fabian Artmann | | 5 min Lesezeit

In der schnelllebigen Welt der künstlichen Intelligenz ist Vertrauen die wichtigste Währung. Unternehmen, die KI-Lösungen implementieren, müssen sich darauf verlassen können, dass ihre sensiblen Daten jederzeit geschützt sind. Anlass für diesen Beitrag ist ein Sicherheitsvorfall beim österreichischen KI-Anbieter Localmind im Oktober 2025, über den heise online berichtet hat. Er zeigt, dass zu einer Sicherheitsarchitektur nicht nur die Produktivsysteme gehören, sondern auch Test-, Demo- und Beta-Umgebungen.

Wir möchten den Vorfall nicht bewerten, sondern zum Anlass nehmen, sachlich darzustellen, welche Fragen Unternehmen bei der Auswahl einer KI-Plattform stellen sollten – und wie wir sie bei innFactory mit unserem CompanyGPT beantworten.

Der Anlass: eine falsch konfigurierte Testinstanz

Nach Angaben von Localmind war eine öffentlich erreichbare Testinstanz der eigenen Cloud-Infrastruktur falsch konfiguriert; diese Lücke wurde von außen ausgenutzt. heise online berichtete am 7. Oktober 2025 über den Vorfall. Localmind nahm nach eigener Darstellung alle Dienste innerhalb von 30 Minuten offline und arbeitete den Vorfall gemeinsam mit Cybersecurity-Experten und IT-Forensikern auf.

Zum Ergebnis schreibt Localmind auf seiner Website: „Eine Datenexfiltration ist nicht nachweisbar, die On-Premise-Systeme unserer Kunden waren nicht betroffen.“ Die Prüfungen der Datenschutzbehörden wurden laut Localmind ohne weitere Maßnahmen abgeschlossen. Seit Dezember 2025 verzichtet das Unternehmen nach eigener Darstellung auf eigenen Serverbetrieb; die Plattform läuft On-Premise bei Kunden oder in zertifizierten Partner-Rechenzentren.

Unabhängig vom Einzelfall gelten für jede KI-Plattform zwei Grundsätze: Test-, Demo- und Beta-Umgebungen gehören ebenso in die Sicherheitsarchitektur wie Produktivsysteme und sollten von produktiven Daten und Zugangsdaten getrennt sein. Und Zugriffsrechte – auch für neu angelegte Konten – sollten nach dem Prinzip minimaler Berechtigungen vergeben werden.

Der innFactory-Ansatz: Sicherheit als Designprinzip des CompanyGPT

Bei der Entwicklung von CompanyGPT haben wir Sicherheit nicht als Zusatzfunktion, sondern als Fundament der gesamten Architektur verstanden. Unser Ansatz beruht auf drei Grundsätzen:

1. Transparenz durch Open Source Wir setzen bewusst auf bewährte Open-Source-Komponenten. CompanyGPT basiert auf einem Fork von LibreChat, einer verbreiteten Open-Source-Lösung, die von einer internationalen Community mit mehreren hundert Mitwirkenden weiterentwickelt wird. Auch Shopify setzt nach Aussage seines CEO auf diese Basis.

  • Der Vorteil: Der Quellcode der Plattformbasis ist öffentlich einsehbar. Potenzielle Schwachstellen können von der Community geprüft, gemeldet und behoben werden. Diese Transparenz schafft überprüfbares Vertrauen.

2. Datenhoheit durch getrennte Mandanten Ein Kernstück unserer Sicherheitsstrategie ist die Datenhoheit des Kunden in seiner eigenen Cloud-Umgebung, etwa in Microsoft Azure. Bei uns ist jede CompanyGPT-Instanz ein eigener, von anderen Kunden getrennter Mandant.

  • Der Vorteil: Es gibt keine geteilten Datenbanken, Rechenressourcen oder Konfigurationen zwischen Kunden. Dadurch kann sich ein Vorfall bei einem Kunden nicht über gemeinsam genutzte Datenbanken oder Rechenressourcen auf andere Kunden auswirken. Ihre Daten verbleiben in Ihrer dedizierten Umgebung.

3. Nahtlose Zugriffskontrolle über etablierte Enterprise-Systeme Wir erzwingen keine neuen, separaten Benutzerverwaltungen. Stattdessen integriert sich CompanyGPT nahtlos in Ihre bestehende IT-Infrastruktur. Der Zugriff wird über bewährte Systeme wie Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD) gesteuert.

  • Der Vorteil: Ihre IT-Abteilung behält die volle Kontrolle. Sie können Zugriffsrechte granular verwalten, Mitarbeitern den Zugriff entziehen oder Sitzungen zentral beenden – alles mit den Werkzeugen, die sie bereits kennen und denen sie vertrauen. Dies gilt auch für eigene, angebundene MCP-Server, die wir bei Bedarf ebenfalls über OAuth absichern.

Warum Microsoft Azure? Sicherheit auf Plattformebene

Unsere Entscheidung für Microsoft Azure als technologische Basis ist ein zentraler Pfeiler unseres Sicherheitskonzepts. Azure stellt umfangreiche Sicherheitsfunktionen und Zertifizierungen bereit, auf denen CompanyGPT aufsetzt.

  • DSGVO-konforme Datenhaltung: Daten werden in europäischen Rechenzentren gespeichert; mit passender Region und Bereitstellungsart der Modelle (etwa EU-Datenzone) bleibt auch die Verarbeitung in der EU.
  • Verschlüsselung: Daten sind bei der Übertragung (in transit) und bei der Speicherung (at rest) verschlüsselt.
  • Identitäts- und Zugriffsmanagement: Azure bietet Werkzeuge zur Überwachung und Steuerung von Zugriffen. Aktionen lassen sich protokollieren, ungewöhnliche Aktivitäten können automatisch erkannt und blockiert werden.
  • Zero Trust: Azure unterstützt den Aufbau einer Zero-Trust-Architektur nach dem Prinzip „Never trust, always verify“: Anfragen werden authentifiziert und autorisiert, statt Zugriffen innerhalb des Netzwerks pauschal zu vertrauen.

Worauf Unternehmen achten sollten – und wie CompanyGPT es umsetzt

KriteriumWorauf Unternehmen achten solltenUmsetzung in CompanyGPT
SoftwarebasisIst nachvollziehbar, auf welcher Software die Plattform beruht und wie Sicherheitsupdates eingespielt werden?Fork der Open-Source-Plattform LibreChat; Quellcode der Basis öffentlich einsehbar.
ArchitekturLäuft die Plattform in einer eigenen Umgebung je Kunde oder in einer gemeinsam genutzten Umgebung, und wie sind Kunden voneinander getrennt?Eigene Instanz je Kunde in dessen Cloud-Subscription, ohne geteilte Datenbanken oder Rechenressourcen zwischen Kunden.
DatenhaltungWo liegen Produktiv- und Testdaten, und sind Test-, Demo- und Beta-Systeme von Produktivdaten getrennt?Daten in der Cloud-Subscription des Kunden; Trennung von Produktiv- und Testdaten.
ZugriffsmanagementLässt sich die Plattform an das bestehende Identitätsmanagement anbinden, und werden Rechte nach dem Prinzip minimaler Berechtigungen vergeben?Anbindung an Microsoft Entra ID oder Google; Rechte und Sitzungen verwaltet die IT des Kunden zentral.
Kontrolle und AuditWerden Zugriffe protokolliert, kann das Unternehmen die Protokolle selbst einsehen, und gibt es regelmäßige Sicherheitsprüfungen?Nachvollziehbarkeit durch die Open-Source-Basis und die Sicherheitswerkzeuge von Azure in der Kundenumgebung.

Darüber hinaus lohnen sich bei jedem Anbieter diese Fragen:

  • Welche Test-, Demo- und Beta-Instanzen sind öffentlich erreichbar, und wie sind sie abgesichert?
  • Welche Rechte erhalten neu angelegte Konten standardmäßig?
  • Wo werden Zugangsdaten und Schlüssel verwaltet?
  • Gibt es regelmäßige externe Penetrationstests?
  • Wie und wie schnell informiert der Anbieter bei einem Sicherheitsvorfall?

Fazit: Vertrauen entsteht durch Design

Sicherheitsvorfälle können jeden Anbieter treffen. Entscheidend ist, dass Sicherheit in der gesamten Architektur verankert ist – einschließlich Test- und Beta-Systemen und der Vergabe von Zugriffsrechten – und dass Unternehmen diese Architektur nachvollziehen können.

Mit CompanyGPT bietet innFactory eine Lösung, die Sicherheit von Grund auf mitdenkt. Die Kombination aus Transparenz (Open Source), Kontrolle (Azure & Enterprise-Login) und Isolation (dedizierte Mandanten) schafft eine robuste und widerstandsfähige Architektur. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden die Vorteile der KI nutzen können, ohne die Kontrolle über ihr wertvollstes Gut zu riskieren: ihre Daten.

Fabian Artmann
Geschrieben von

Fabian Artmann

Co-CEO, M.Eng.

Fabian Artmann, M.Eng. ist Mitgründer und Co-CEO der innFactory AI Consulting GmbH. Als Wirtschaftsingenieur vereint Fabian Artmann technisches Know-how mit wirtschaftlichem Verständnis und prozessorientiertem Denken. Als KI-Berater hat er sich darauf spezialisiert auf Basis des innFactory AI Innovation Cycle Ineffizienzen in bestehenden Abläufen zu identifizieren, Veränderungsprozesse zu strukturieren, Mitarbeiter einzubinden und dafür zu sorgen, dass die neuen KI-Technologien nahtlos in die optimierten Geschäftsprozesse integriert werden können. Fabian Artmann verfügt über eine breite Expertise an den Schnittstellen zwischen Technologie, Projektmanagement und Geschäftsprozessen. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn durfte Fabian Artmann bereits Digitale Projekte für die BMW Group, IWC Schaffhausen sowie MTU Aero Engines umsetzen.

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