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Microsoft Copilot und Cowork erklärt: Copilot Cowork, Claude Cowork – und die perfekte Ergänzung zu CompanyGPT

Tobias Jonas Tobias Jonas | | 14 min Lesezeit

2026 ist das Jahr, in dem aus KI-Assistenten KI-Agenten werden – und kaum zwei Begriffe fallen dabei so oft wie Microsoft Copilot und Cowork. Das Kuriose: „Cowork“ gibt es gleich zweimal. Claude Cowork ist Anthropics agentische App für Wissensarbeit. Copilot Cowork ist Microsofts Antwort darauf – entwickelt nach eigenen Angaben in enger Zusammenarbeit mit Anthropic und technisch auf Claude Cowork aufgebaut.

In diesem Beitrag sortieren wir das Feld: Wie funktionieren Microsoft Copilot und die beiden Coworks, was kosten sie, wo liegen die DSGVO-Fallstricke – und warum ist Cowork für Unternehmen, die bereits eine souveräne Plattform wie CompanyGPT betreiben, eine spannende Ergänzung statt einer Konkurrenz?

Microsoft 365 Copilot: der Assistent im Office-Alltag

Microsoft 365 Copilot ist der etablierte KI-Assistent in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Er beantwortet Fragen, entwirft Texte, fasst Meetings zusammen und greift dafür über den Microsoft Graph auf Unternehmensdaten zu. Seit 2026 bündelt Microsoft den Kontext unter dem Namen Work IQ: Mails, Termine, Dateien und Chats fließen als Arbeitsgedächtnis in die Antworten ein.

Der Funktionsumfang ist zuletzt deutlich agentischer geworden: Vorgefertigte Agenten wie Researcher und Analyst erstellen quellenbasierte Berichte über Web- und Arbeitsdaten (25 kombinierte Anfragen pro Monat sind in der Copilot-Lizenz enthalten), die agentischen Funktionen (Agent Mode) in Word, Excel und PowerPoint sind seit dem 22. April 2026 allgemein verfügbar, und im Researcher lässt sich neben OpenAI- auch ein Anthropic-Modell auswählen.

Bei den Kosten hat sich zum 1. Juli 2026 einiges geändert (Stand Juli 2026, maßgeblich ist die Microsoft-Preisseite):

  • Copilot Chat ist für berechtigte Microsoft-365-Business- und Enterprise-Pläne ohne Aufpreis enthalten.
  • Das Add-on Microsoft 365 Copilot Business für kleine und mittlere Unternehmen kostet laut deutscher Preisseite 21,84 € pro Nutzer und Monat bei monatlicher Abrechnung; bei jährlicher Abrechnung gilt bis September 2026 ein Aktionspreis von 15,60 € (regulär 18,20 €). Das Enterprise-Add-on Microsoft 365 Copilot liegt bei 28,10 € pro Nutzer und Monat. Alle Preise zzgl. MwSt., Stand Juli 2026.
  • Neu sind Bundles wie „Microsoft 365 Business Standard with Copilot“, mit denen Copilot fester Bestandteil der M365-Pläne wird.
  • Copilot Studio und agentische Funktionen rechnen zusätzlich über nutzungsbasierte Copilot Credits ab.

Wichtig für die Einordnung: Copilot bleibt in erster Linie ein Assistent, der auf Prompts reagiert. Genau an dieser Stelle setzt Cowork an.

Cowork: vom Assistenten zum Agenten

Claude Cowork (Anthropic)

Claude Cowork hat Anthropic im Januar 2026 als Research Preview für macOS gestartet; am 10. Februar 2026 folgte Windows. Am 7. Juli 2026 hat Anthropic zusätzlich Web- und Mobile-Versionen als Beta angekündigt – der Rollout beginnt bei Max-Abonnenten – inklusive Cloud-Hintergrundverarbeitung: Aufgaben laufen auf Anthropic-Servern weiter, auch wenn der Laptop zugeklappt ist, und der Status lässt sich am Handy verfolgen.

Das Funktionsprinzip unterscheidet sich grundlegend vom Chat: Sie beschreiben ein Ergebnis, nicht die einzelnen Schritte. Cowork bekommt Zugriff auf ausgewählte Ordner und verbundene Tools – mehr nicht –, plant die Aufgabe, teilt sie bei Bedarf in parallel laufende Teilaufgaben auf und liefert am Ende echte Dateien: Excel-Tabellen mit Formeln, formatierte Word-Dokumente, PowerPoint-Präsentationen. Löschaktionen erfordern eine Freigabe. Dazu kommen wiederkehrende Scheduled Tasks, Skills und Plugins für Fachaufgaben sowie MCP-Connectors für externe Systeme.

Wofür Unternehmen das nutzen, hat Anthropic selbst untersucht: In einer Auswertung von 1,2 Millionen anonymisierten Cowork-Sessions entfielen 33,4 Prozent auf Business-Process-Aufgaben wie Berichte, Checklisten und Tabellenabgleiche und nur 8,7 Prozent auf Softwareentwicklung – Anthropic nennt es „the work around work“, die Arbeit rund um die eigentliche Arbeit.

Cowork ist laut Anthropic-Produktseite in allen Bezahlplänen enthalten (Pro ab 17 US-Dollar/Monat bei jährlicher Abrechnung, Team ab 20 US-Dollar pro Seat, Enterprise individuell); auf Team- und Enterprise-Plänen ist es standardmäßig aktiviert und kann von Org-Admins zentral deaktiviert werden.

Copilot Cowork (Microsoft)

Dass Anthropics Ansatz funktioniert, hat Microsoft schnell erkannt – und am 9. März 2026 Copilot Cowork angekündigt, mit einem bemerkenswerten Satz aus dem offiziellen Blog: „Working closely with Anthropic, we have integrated the technology behind Claude Cowork into Microsoft 365 Copilot.“ Nach der Preview im Frontier-Programm (ab 30. März) ist Copilot Cowork seit dem 16. Juni 2026 allgemein verfügbar – laut Microsoft nutzte während der Preview mehr als die Hälfte der Fortune 500 das Produkt.

So funktioniert Copilot Cowork im Detail

Copilot Cowork verlagert das Agenten-Prinzip in die M365-Welt – und zwar vollständig in die Cloud. Der Einstieg erfolgt über den Cowork-Umschalter neben „Chat“ unter m365.cloud.microsoft, in der Microsoft-365-Copilot-Desktop-App (Windows und Mac) oder mobil auf iOS und Android.

Der Aufgaben-Lebenszyklus: Sie beschreiben die Aufgabe – der Prompt darf inzwischen bis zu 250.000 Zeichen lang sein – und hängen Dateien an oder verknüpfen über „Add work context“ Mails, Personen, Teams-Chats und Meetings. Cowork zerlegt die Aufgabe in Schritte, streamt den Fortschritt sichtbar mit („Composing your email“, „Searching OneDrive“) und lässt sich jederzeit unterbrechen: Zwischenrufe werden eingereiht, eine weiche Pause lässt den aktuellen Schritt zu Ende laufen, eine harte stoppt sofort. Bei Unklarheiten stellt Cowork Rückfragen; der Task wechselt dann in den Status „Needs input“.

Freigaben mit Risiko-Anzeige: Bevor Cowork eine E-Mail versendet, in Teams postet, Termine anlegt oder Dateien ändert, erscheint ein Freigabe-Dialog – mit Inhaltsvorschau, Risiko-Indikator für mittlere und hohe Risiken und einem Button, der die konkrete Aktion benennt („Send“, „Post“, „Create“). Microsoft formuliert es so: Cowork führt sensible Aktionen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung aus.

Die Ergebnisse sind echte Dateien: Word, Excel, PowerPoint und PDF, dazu HTML-Newsletter und Bilder. PowerPoint-Decks entstehen auf Wunsch mit den Brand-Templates der Organisation (Schriften, Farben, Logos). Alles landet im OneDrive-Ordner „Cowork“ – lokal auf dem Rechner speichert Cowork nichts. Dazu kommen geplante Prompts (bis zu fünf pro Nutzer), etwa ein tägliches Briefing um 9 Uhr.

Die Grenzen sollte man kennen: Cowork hat keinen Zugriff auf lokale Dateien, kann Dateien in OneDrive und SharePoint nicht löschen, liest keine verschlüsselten Dateien und akzeptiert Anhänge nur bis 200 MB. Die GA gilt zunächst nur für Tier-1-Sprachen, und Web-Aufgaben im lokalen Edge-Browser („Local Browser Use“, mit den bestehenden Logins des Nutzers) sind noch ein Frontier-Preview-Feature mit eigenem Admin-Schalter.

Welche Modelle arbeiten in Copilot Cowork?

Laut Microsoft-Dokumentation nutzt Cowork Anthropic-Claude-Modelle als Subprozessor für den Großteil der Reasoning-, Schreib- und Tool-Arbeit. Im Modell-Picker stehen – abhängig von der Tenant-Freigabe – „Auto“ (Standard), Claude Sonnet 5 für Alltagsaufgaben, Claude Opus 4.8 für komplexe Analysen, GPT 5.5 (Frontier) sowie der Paired Mode „Sonnet + Opus Advisor“, bei dem Sonnet arbeitet und Opus die Ergebnisse gegenprüft; Bilder erzeugt Imagen 2. Preview-Modelle, die eine Datenspeicherung beim Modellanbieter erfordern, sind grundsätzlich deaktiviert und brauchen einen separaten Admin-Opt-in. Angekündigt ist außerdem „Cowork 1“, ein feinabgestimmtes Modell, das Alltagsaufgaben laut Microsoft zu deutlich niedrigeren Kosten erledigen soll.

Erweiterbarkeit: Plugins, Custom Skills und MCP

Zur GA startete Cowork mit neun Partner-Plugins – darunter Harvey (Legal), monday.com, Moody’s, Morningstar, S&P Global und Miro – plus Microsoft-eigenen Plugins für Fabric und Dynamics 365 sowie Connectors zu Jira, Salesforce, ServiceNow, SAP, Workday und Zendesk. Angekündigt sind u. a. Adobe, Atlassian, Box und Canva.

Technisch besonders interessant: Custom Skills werden als SKILL.md-Dateien in OneDrive abgelegt (bis zu 50 pro Nutzer) und folgen dem Agent Skills Open Standard – demselben Format, das auch Claude Code, VS Code Copilot und Dutzende weiterer KI-Tools unterstützen. Connectors sind unter der Haube Remote-MCP-Server; Microsoft liefert sogar ein offizielles Konvertierungsskript für Claude-Code-Plugins mit. Wer bereits MCP-Integrationen gebaut hat, nimmt sein Know-how also direkt mit.

Aktivierung und Governance: Was Admins wissen müssen

Copilot Cowork ist standardmäßig aus – aber es gibt keinen einzelnen Ein-Schalter. Der Zugang entsteht über die nutzungsbasierte Abrechnung: Im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot → Cost Management wählt der Admin den Zahlungsweg (Azure-Subscription oder Prepaid Copilot Credits) und setzt Ausgabenlimits pro Tenant, Gruppe oder Nutzer. Zusätzlich nennt die Get-Started-Doku als Voraussetzung ausdrücklich: „Anthropic enabled in tenant“ – dazu gleich mehr im Datenschutz-Teil.

Auf der Governance-Seite liefert die Purview-Integration viel, aber nicht alles: Das Unified Audit Log erfasst Konversationen samt Prompts und Antworten, Skill-Änderungen, Browser-Tasks und Datei-Erstellungen; Sensitivity Labels werden inklusive Schutzeinstellungen auf erzeugte Inhalte vererbt (bei mehreren Quellen gewinnt das Label mit der höchsten Priorität); eDiscovery deckt Transkripte, erzeugte Dateien und geplante Prompts ab, und das Insider-Risk-Template „Risky AI usage“ erkennt Prompt-Injection-Versuche. Die Überraschung in der offiziellen Support-Matrix: Data Loss Prevention wird für Cowork noch nicht unterstützt („coming soon“). Wer DLP-Richtlinien als letzte Verteidigungslinie eingeplant hat, sollte den Rollout entsprechend phasen.

Was kostet Copilot Cowork?

Die Rechnung hat zwei Komponenten: die Microsoft-365-Copilot-Lizenz pro Nutzer plus Copilot Credits nach Verbrauch – Pay-as-you-go zu 0,01 US-Dollar pro Credit oder als Prepaid-Kontingent mit Rabatt. Der Preis eines Tasks richtet sich laut Microsoft nach Modellnutzung, Kontextabruf, Tool-Aufrufen und Laufzeit; Tasks werden in „light“, „medium“ und „heavy“ eingeteilt. Drittquellen, die sich auf diese Klassen berufen, nennen grob 1 bis 3 US-Dollar für leichte und 7 US-Dollar oder mehr für schwere Tasks – offiziell bestätigt sind diese Sätze nicht; Microsoft stellt stattdessen einen offiziellen Kostenrechner bereit (aka.ms/CustomerCoworkEstimator).

Microsofts Aussage, Copilot Cowork sei „30 bis 40 Prozent günstiger“ als Claude Cowork, stammt aus einer eigenen Messreihe des Anbieters (125 Testläufe mit Opus 4.8 gegen Claude Cowork mit M365-Connector) – als Vendor-Benchmark einordnen, nicht als unabhängigen Vergleich. Der in der Praxis wichtigste Kritikpunkt seit der GA ist ohnehin ein anderer: die Kostentransparenz. Nutzer sehen erst hinterher, was ein Task gekostet hat. Unsere Empfehlung: Ausgabenlimits und Alerts vor dem Rollout konfigurieren, mit einer Pilotgruppe Verbrauchsdaten sammeln und erst dann skalieren.

Copilot, Copilot Cowork, Claude Cowork: der direkte Vergleich

DimensionMicrosoft 365 CopilotCopilot CoworkClaude Cowork
PrinzipAssistent: fragen, entwerfen, zusammenfassenAgent in der M365-Cloud-SandboxAgent am Desktop, im Web und mobil
KontextMicrosoft Graph / Work IQWork IQ (Mails, Meetings, Dateien)Freigegebene Ordner, Tools, MCP-Connectors
ErgebnisAntworten und Entwürfe in den AppsErledigte Aufgaben mit CheckpointsEchte Dateien (Excel, Word, PPT), erledigte Aufgaben
AutonomieReagiert auf PromptsMehrstufig, mit FreigabepunktenMehrstufig, parallele Teilaufgaben, Scheduled Tasks
GovernanceM365-Admin-CenterDefault aus, Admin-Opt-in, Audit-Logs, Sensitivity Labels (DLP noch nicht)Org-Steuerung auf Team/Enterprise; Cowork-Aktivität derzeit nicht in der Compliance-API
AbrechnungLizenz pro NutzerCopilot-Lizenz + Copilot CreditsIn allen Bezahlplänen enthalten
Status (Juli 2026)Generell verfügbarGenerell verfügbar (seit 16.06.2026, Tier-1-Sprachen)Desktop auf allen Bezahlplänen; Web/Mobile als Beta (zunächst Max)

Die DSGVO-Realität: worauf Unternehmen achten müssen

So beeindruckend die Agenten sind – für europäische Unternehmen entscheidet sich ihr Einsatz an der Datenfrage.

Bei Microsoft Copilot sind zwei Punkte zu prüfen. Erstens Flex Routing: Bei Lastspitzen können Copilot-Anfragen in Rechenzentren außerhalb der EU verarbeitet werden; für nach dem 25. März 2026 erstellte Tenants ist die Funktion standardmäßig aktiv und muss bewusst deaktiviert werden – die Details haben wir im Beitrag zu Copilots Datenverarbeitung außerhalb der EU aufgeschlüsselt. Zweitens die Anthropic-Modelle in Copilot: Sie sind laut Microsoft-Dokumentation „currently excluded from the EU Data Boundary“ und deshalb für Tenants in EU, EFTA und UK standardmäßig deaktiviert; wer sie per Admin-Opt-in aktiviert, sollte das dokumentiert und bewusst tun.

Für Copilot Cowork verschärft sich dieser zweite Punkt – und das steht so in keinem einzelnen Microsoft-Dokument, sondern ergibt sich erst aus der Verkettung zweier Doku-Seiten: Die Get-Started-Seite nennt „Anthropic enabled in tenant“ als Voraussetzung, und die Claude-Modelle erledigen in Cowork den Großteil der Arbeit. Für EU-, EFTA- und UK-Tenants heißt das in der Konsequenz: Ohne ausdrückliches Admin-Opt-in beim Subprozessor Anthropic bleibt Copilot Cowork faktisch unbenutzbar – und mit Opt-in verlässt die Modellverarbeitung die EU Data Boundary. Wer Cowork in der EU einführt, sollte deshalb das Opt-in dokumentieren, Verarbeitungsverzeichnis und gegebenenfalls Datenschutz-Folgenabschätzung aktualisieren, die Subprozessor-Liste im AVV prüfen – und die oben beschriebene DLP-Lücke in Purview kennen.

Bei Claude Cowork liegt der Knackpunkt im Inferenz-Routing: Auf Consumer-Plänen lässt sich keine EU-Region für die Verarbeitung wählen, und die neuen Cloud-Sessions laufen auf Anthropic-Servern. Auf Team- und Enterprise-Plänen trainiert Anthropic nach eigenen Angaben nicht mit Kundendaten; auf Consumer-Plänen ist Training standardmäßig aktiv und muss per Opt-out abgeschaltet werden. Für die Compliance relevant ist auch Anthropics eigener Hinweis, dass Cowork-Aktivität derzeit nicht in der Compliance-API erfasst wird („not captured in the Compliance API at this time“). Und wie bei jedem Agenten mit Browser-Zugriff gilt: Prompt Injection über präparierte Webinhalte ist ein reales Risiko, dem man mit Domain-Allowlists und konservativen Freigaben begegnet.

Der saubere Ausweg für Claude Cowork heißt Cowork 3P (Third-Party-Inferenz; in unserem Detailartikel auch als Claude 3P beschrieben): Die Inferenz wird per MDM-Profil über AWS Bedrock oder Google Vertex AI in EU-Regionen geroutet – die App bleibt dieselbe, die Daten bleiben in kontrollierter EU-Infrastruktur. Wie das technisch funktioniert, zeigt unser Beitrag Claude Cowork & Claude Code datenschutzkonform mit CompanyGPT.

Warum Cowork die ideale Ergänzung zu CompanyGPT ist

Die spannendste Frage ist nicht „Copilot oder Cowork?“, sondern: Wie fügt sich ein Agent in eine kontrollierte Unternehmens-KI-Landschaft ein? Unsere Antwort ist eine Zwei-Ebenen-Architektur:

Ebene 1 – die governte Org-Plattform für alle: CompanyGPT läuft in der eigenen Cloud-Subscription des Unternehmens, browserbasiert für jeden Mitarbeiter. Zentrales Modell-Routing über OpenAI, Gemini, Claude und Llama, Wissensanbindung mit SharePoint-Berechtigungen über companyRAG, Dokumentenerstellung über companyFILES, Kosten- und Nutzungstransparenz über companyDASHBOARD. Die Daten bleiben im eigenen Tenant, die Governance ist auditierbar.

Ebene 2 – der Agent für Power-User: Einzelne Nutzergruppen – Controlling, Vertrieb, Projektleitung – bekommen mit Cowork ein Werkzeug, das ganze Aufgaben übernimmt statt nur zu antworten. Belege in eine Spesenabrechnung überführen, aus zwanzig Lieferanten-PDFs eine konsolidierte Excel-Tabelle bauen, aus Interviewnotizen einen Berichtsentwurf erstellen – Aufgaben, für die ein Chat-Fenster das falsche Werkzeug ist.

Für CompanyGPT-Kunden ist der Schritt zu Ebene 2 bemerkenswert klein: Die Cloud-Basis, die Cowork 3P für ein souveränes Cowork-Setup voraussetzt, existiert bereits – eigener Azure-, AWS- oder Google-Tenant, EU-Endpunkte, IAM-Strukturen, Kostenstellen und eine dokumentierte KI-Governance. Cowork wird darüber geroutet, statt einen zweiten, unkontrollierten Datenpfad zu öffnen. Wer stattdessen tief in der M365-Welt steht, kann dieselbe Rolle mit Copilot Cowork besetzen – dann mit Microsoft-Governance aus Admin-Opt-in, Audit-Logs und Sensitivity Labels.

So oder so bleibt die Arbeitsteilung gleich: Die Plattform gehört dem Unternehmen, der Agent dem Power-User. Cowork ersetzt CompanyGPT so wenig, wie ein Akkuschrauber die Werkstatt ersetzt – aber in Kombination wird beides deutlich wertvoller.

Entscheidungshilfe: Wer braucht was?

  • Sie wollen KI-Unterstützung direkt in Word, Excel und Outlook, mit zentraler Administration? Microsoft 365 Copilot ist der naheliegende Start – mit deaktiviertem Flex Routing und bewusster Modellwahl.
  • Sie wollen agentische Aufgabenerledigung innerhalb der M365-Governance? Copilot Cowork, gezielt per Admin-Opt-in für definierte Gruppen freigeschaltet.
  • Sie wollen maximale Agent-Autonomie auf Dateien – DSGVO-konform? Claude Cowork über Cowork 3P mit EU-Endpunkten, ausgerollt per MDM.
  • Sie wollen eine souveräne, modellagnostische Basis für die gesamte Belegschaft? CompanyGPT in der eigenen Cloud – als Fundament, auf dem die Agenten-Ebene sauber aufsetzt.

In der Praxis sehen wir am häufigsten die Kombination: CompanyGPT in der Breite, Cowork für ausgewählte Power-User, Copilot dort, wo die Office-Integration den Ausschlag gibt.

Häufige Fragen zu Microsoft Copilot und Cowork

Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Copilot und Cowork? Copilot ist ein Assistent, der auf Prompts antwortet und Entwürfe liefert. Cowork ist ein Agent, der ein Ziel bekommt, selbst plant und fertige Ergebnisse abliefert – als Claude Cowork von Anthropic oder als Copilot Cowork von Microsoft, das auf der Claude-Cowork-Technologie basiert.

Was ist Copilot Cowork? Microsofts agentisches Produkt in Microsoft 365 Copilot, seit 16. Juni 2026 allgemein verfügbar: cloudbasierte Sandbox, Work-IQ-Kontext, Checkpoints, Audit-Logging, standardmäßig deaktiviert und vom Admin freizuschalten. Abgerechnet über Copilot-Lizenz plus Copilot Credits.

Was kostet Microsoft 365 Copilot 2026? Copilot Chat ist in berechtigten M365-Plänen enthalten; das KMU-Add-on Copilot Business liegt laut deutscher Preisseite bei 21,84 € pro Nutzer und Monat (monatlich) bzw. 15,60 € als Aktionspreis bei Jahresabrechnung (regulär 18,20 €), das Enterprise-Add-on bei 28,10 €, zzgl. MwSt. Maßgeblich sind die aktuellen Microsoft-Angaben.

Wie aktiviert man Copilot Cowork? Über die nutzungsbasierte Abrechnung im Microsoft 365 Admin Center (Copilot → Cost Management): Zahlungsweg wählen, Ausgabenlimits pro Tenant, Gruppe oder Nutzer setzen. In EU, EFTA und UK muss zusätzlich Anthropic als Subprozessor per Opt-in aktiviert werden – standardmäßig ist das nicht der Fall.

Ist Cowork DSGVO-konform? Mit Vorkehrungen: Claude Cowork über Cowork 3P mit EU-Endpunkten routen, Team-/Enterprise-Pläne nutzen (kein Training mit Kundendaten), Ordner-Freigaben und Domain-Allowlists konservativ setzen. Bei Copilot Cowork gelten die Microsoft-Rahmenbedingungen inklusive Flex-Routing- und EU-Data-Boundary-Thematik – in der EU setzt Cowork ein dokumentiertes Anthropic-Opt-in voraus.

Ersetzt Cowork CompanyGPT? Nein. Cowork ist die Power-User-Ebene am einzelnen Arbeitsplatz, CompanyGPT die governte Plattform für die gesamte Organisation. CompanyGPT-Kunden nutzen ihre bestehende Cloud-Basis per Cowork 3P direkt für Cowork weiter.

Fazit

Microsoft Copilot, Copilot Cowork und Claude Cowork markieren denselben Umbruch aus zwei Richtungen: Aus Assistenten, die antworten, werden Agenten, die erledigen. Microsoft bringt dafür die M365-Governance mit, Anthropic die ausgereifteste Agent-Erfahrung – und dass Microsoft die Technologie hinter Claude Cowork in das eigene Produkt integriert hat, sagt viel über die Kräfteverhältnisse.

Für Unternehmen ist die Reihenfolge entscheidend: erst die souveräne Plattform-Ebene, dann die Agenten-Ebene – mit klaren Freigaben, EU-Routing und einer KI-Leitlinie, die Autonomie regelt. Genau dieses Setup bauen wir mit CompanyGPT und Claude 3P seit Monaten in der Praxis. Wenn Sie wissen möchten, wie Copilot, Cowork und CompanyGPT in Ihrer Umgebung zusammenspielen, sprechen Sie mit uns.

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Tobias Jonas ist Founder der innFactory AI Consulting GmbH und der innFactory GmbH, Microsoft Cloud Solution Provider und Google Cloud Partner. Er berät Unternehmen zur sicheren und souveränen Einführung von KI. LinkedIn-Profil

Tobias Jonas
Geschrieben von

Tobias Jonas

Co-CEO, M.Sc.

Tobias Jonas, M.Sc. ist Mitgründer und Co-CEO der innFactory AI Consulting GmbH. Er ist ein führender Innovator im Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud Computing. Als Co-Founder der innFactory GmbH hat er hunderte KI- und Cloud-Projekte erfolgreich geleitet und das Unternehmen als wichtigen Akteur im deutschen IT-Sektor etabliert. Dabei ist Tobias immer am Puls der Zeit: Er erkannte früh das Potenzial von KI Agenten und veranstaltete dazu eines der ersten Meetups in Deutschland. Zudem wies er bereits im ersten Monat nach Veröffentlichung auf das MCP Protokoll hin und informierte seine Follower am Gründungstag über die Agentic AI Foundation. Neben seinen Geschäftsführerrollen engagiert sich Tobias Jonas in verschiedenen Fach- und Wirtschaftsverbänden, darunter der KI Bundesverband und der Digitalausschuss der IHK München und Oberbayern, und leitet praxisorientierte KI- und Cloudprojekte an der Technischen Hochschule Rosenheim. Als Keynote Speaker teilt er seine Expertise zu KI und vermittelt komplexe technologische Konzepte verständlich.

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